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Staatssekretärin Serap Güler zeichnet Berufskolleg Kreis Höxter aus und übernimmt Patenschaft

„Ich freue mich heute hier zu sein, nicht weil ich Patin bin, sondern weil Sie sich ganz bewusst für den Titel ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ entschieden haben und Flagge zeigen", sagte die Staatssekretärin für Integration, Serap Güler.

Der Titel motiviere, den Schulalltag selbst mitzugestalten und das Klima an der Schule zu verbessern. Da sei jeder einzelne gefordert. Und der Titel müsse jeden Tag vorgelebt werden.

Für Schülerin*innen, Lehrer*innen und Schulleitung war es ein bedeutender Moment, als das Berufskolleg Kreis Höxter mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" am 05.03.2020 ausgezeichnet wurde. Serap Güler übergab die Plakette, die das Berufskolleg als „Schule ohne Rassismus“ ausweist, in einer Feierstunde an Schulleiter Michael Urhahne und Landrat Friedhelm Spieker.  

Foto Schule ohne Rassismus
Die Plakette weist das Berufskolleg Kreis Höxter als Schule ohne Rassismus aus: Rüdiger Gleisberg (v.l.) (Regionalkoordinator vom Kommunalen Integrationszentrum), Michael Urhahne (Schulleiter), Hermann Temme (Bürgermeister Brakel), Friedhelm Spieker (Landrat), Michael Stickeln (Sprecher der Bürgermeister Kreis Höxter), Serap Güler (Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW), Matthias Goeken (Landtagsabgeordneter MdL), Filiz Elüstü (Leiterin Kommunales Integrationszentrum), Klaus Schumacher (Kreisdirektor), Dominic Gehle (Leiter der Abteilung Bildung und Integration des Kreises Höxter) und Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs setzen gemeinsam ein Zeichen. Foto: Kreis Höxter

Die Patenschaft für das Projekt am Berufskolleg Kreis Höxter haben Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Landesministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, und Suat Yılmaz, Leiter der landesweiten Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren, übernommen. Der zweite Pate Suat Yılmaz übermittelte per Video-Botschaft seinen Dank für das Engagement des Berufskollegs in Brakel und kündigt an, dass er die Schülerinnen und Schüler sehr bald besuchen wird.

 „Durch das soziale Engagement der Mitglieder der Gruppe ‚Kraft-Art‘, die seit 2015 besteht, sowie durch das Fach ‚Being Social‘ seit 2018/19 wird ein Bewusstsein für den Umgang mit Pluralität und fremden Kulturen geschaffen. Dies stärkt die Solidarität und Toleranz im Schulalltag“, machte der Schulleiter Urhahne deutlich und fügte hinzu: „Zu den Initiativen der Gruppe gehört die viel beachtete, mit jungen Geflüchteten aus der Internationalen Förderklasse gestaltete Kunstausstellung „Simply Human“.  Lehrer*innen und Schüler*innen bekennen sich zum Zusammenhalt der Kulturen und leben dieses Ideal auch vor. Die Schule wirke damit in das Gemeinwesen und die Gesellschaft hinein. Rund 2.500 Schülern werden dort unterrichtet, 581 davon haben eine Einwanderungsgeschichte.

Landrat Friedhelm Spieker führte an, dass der Titel kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit sei. „Er ist eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft. Als Teil dieses Netzwerkes übernehmen wir Verantwortung für das Klima an unserer Schule und für unser Umfeld. Das schließt neben Rassismus auch jede Form von Diskriminierung aufgrund der Religion, der sozialen Herkunft, des Geschlechts, körperlicher Merkmale, der politischen Weltanschauung und der sexuellen Orientierung ein", erklärte er.

„Es ist eine Auszeichnung, die Solidarität, Gemeinschaft, Gleichgewicht und Freundlichkeit bedeutet. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, Zusammenhalt und Stärke auszuweisen", fand auch Victoria Lang, Mitglied der Schülervertretung, klare Worte. An die rassistischen Attentate in Halle und Hanau erinnernd, bekräftigte sie: „Wir hören nicht auf, für Gerechtigkeit und Courage zu kämpfen."

In Ihrer Rede lobte Serap Güler das Berufskolleg für die Einrichtung der Internationalen Förderklasse für junge Geflüchtete und auch für die Projekte der seit 2015 bestehenden Gruppe „KraftArt“. Diese Initiativen seien ein Zeichen dafür, „dass sie die Integration nicht nur hochhalten, sondern auch vorleben. Den Hinweis des Schulleiters, dass von den 2.500 Schülern des Berufskollegs 581 eine Zuwanderungsgeschichte mitbringen, griff die Staatssekretärin auf. „Wo Ihr Eure Heimat seht, das entscheidet Ihr selbst. Wenn Ihr sagt, das Deutschland Eure Heimat ist – was uns alle sehr freuen würde –, dann lasst Euch von niemandem einreden, dass das nicht so ist“, stärkte sie den Schüler*innen mit Einwanderungsgeschichte den Rücken.

Das Berufskolleg wird die Staatssekretärin als Patin begleiten, sicherte sie auf Nachfrage einer Schülerin zu. Ein bis zweimal im Jahr werde sie es hoffentlich schaffen, die Patenschule zu besuchen. Anreize dazu lieferten bei der Feierstunde engagierte Schüler*innen, die Projekte zur Integration und zum gemeinschaftlichen Miteinander vorstellten.

Hannah Winkel, die vor dem Abitur mit Schwerpunkt Erziehung und Soziales steht, erläuterte  das neue Schulfach „Being Social“ (Sozial sein). „Wir hatten die Ehre, der allererste Jahrgang in diesem Fach zu sein. Die Schülerinnen und Schüler engagieren sich ehrenamtlich. Dabei wird die Gesellschaft zu unserem Lernort.“ 

Die selbst entworfenen T-Shirts präsentierten die Schüler*innen in einer „Modenschau International", welche durch das neue aktuelle Projekt „Mode-Design“ entstanden ist. 

Künstlerisch begleitet wurde das Programm durch einen musikalischen Auftritt von Schüler*innen, die ein eigenes Lied „Mensch ist Mensch“ für die Feierstunde geschrieben haben. In dem Text wird immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig Toleranz und Respekt sind.


Informationen:
Das Berufskolleg Kreis Höxter in Brakel ist die siebte Schule in der Bildungsregion, die den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erworben hat. Um diesen Titel zu erhalten, müssen mindestens 70 Prozent aller Menschen, die in einer Schule lernen und arbeiten, sich mit ihrer Unterschrift verpflichten, dass sie sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an der Schule aktiv einsetzen, bei Konflikten eingreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchführen. Im Kreis Höxter wird das Projekt von Regionalkoordinator Rüdiger Gleisberg vom Kommunalen Integrationszentrum begleitet. Für das Projekt am Berufskolleg Kreis Höxter in Brakel haben sich die Lehrerinnen Marita Menne, Marei Justine Koch und Anja Multhaup eingesetzt. Die Gesamtschule Brakel, das Gymnasium Steinheim und das Hüffertgymnasium Warburg sind drei weitere Schulen im Kreis Höxter, die eine Ernennung zur „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ in diesem Jahr planen.